Workshop Biografiearbeit Kriegsenkel

„ERZÄHL! DIE HEILSAME KRAFT DEINER GESCHICHTE“ – das ist der Titel meines Workshops für Biografiearbeit und autobiografisches Schreiben am 23. März 2019 in Hamburg-Altona, der sich speziell an die Generation Kriegsenkel richtet.

Warum lieben wir Geschichten?

Geschichten ziehen uns tief hinein in den Kosmos menschlicher Emotionen. Sie lassen uns Freude, Bewunderung und Lust erleben, Angst, Trauer und Wut. Sie aktivieren unsere Muster, mit denen wir die Welt erklären, Konflikte wahrnehmen und bewältigen.

Warum erzählen wir so gerne Geschichten?

Das tun wir intuitiv. Dahinter liegt ein tiefes Bedürfnis, sagt die Psychoanalytikerin Brigitte Boothe: „Wer von sich selbst erzählt, macht Ansprüche geltend. Sein Befinden in der Welt soll für die Welt Bedeutung haben.“ Unsere Geschichten wirken dabei nicht nur auf andere, sie wirken auch auf uns selbst. Mit ihrer Hilfe geben wir dem Leben Struktur und Bedeutung.

Wie können uns diese Geschichten helfen?

Erzählen und Bioagrfaiearbeit aktivieren die Selbstheilungskräfte. Wenn wir unsere freudigen wie belastenden Erinnerungen in Geschichten umwandeln, verbessern sich wie von selbst Wohlbefinden, Selbstwert, Erinnerungs- und Erzählstil. Bei Depressiven ist diese Art des Lebensrückblicks genauso wirksam wie eine Medikation – nur völlig ohne unerwünschte Nebenwirkungen. In Krisen aktiviert das Erzählen die Kompetenzen zu ihrer Bewältigung.

Warum ist das gerade für Kriegsenkel bedeutsam?

Weil wir uns in den Geschichten der anderen wiederfinden – und sie sich in unseren. Das ist tröstlich und schafft eine tiefere Verbindung zu unserer Identität als Person und in der Gemeinschaft. Gerade, wie sich das kollektive Trauma einer Generation in den persönlichen Erlebnissen spiegelt, verhilft zu mehr Bewusstheit. In der Gruppe erleben wir Aufmerksamkeit, Hinwendung, Achtsamkeit und Unterstützung.

Was will dieses Seminar?

Es ist ein geschützter kreativer Ort, zu dem jede und jeder etwas beiträgt. Wir erzählen, erleben die Resonanz der anderen und schreiben auf. Wir bekommen einen neuen Impuls, uns unserer Biografie als Kriegsenkel zuzuwenden und sie in einen kreativen Prozess zu verwandeln. Erst das mündliche, dann das schriftliche Erzählen entwickeln ihre eigene Kraft: Wir werden zu Regisseuren unserer selbst. Und auf einmal beginnen wir, uns mit unserem Leben wohlzufühlen.

Was werden wir erleben?

Wir machen uns auf Spurensuche. Auf dieser Reise zwischen Vergangenheit und Gegenwart, lassen wir uns inspirieren von Fotos, Songs, Familienstücken, Kuscheltieren, Souvenirs aus alter Zeit und erleben, welche Nachrichten darin geborgen sind. Wir erzählen, hören zu, fragen nach, schreiben auf. Ganz nebenbei erkennen wir, worauf es bei einer guten Geschichte ankommt und wie das autobiografische Schreiben eine schöne und heilsame Routine werden kann.

Weitere Themen in diesem Workshop

  • Handwerkszeug für das Schreiben
  • Wie sortiere ich meinen Stoff?
  • Welche Rolle übernehme ich in meiner Geschichte: Held, Opfer, Beobachter?
  • Was ist ein guter erster Satz?
  • Wie gehe ich mit Schreibhemmungen um?
  • Wem zeige ich meine Texte (und wem nicht)?

Daten

Termin: 23.3.2019
Uhrzeit: 10 bis 16 Uhr
Beitrag: 85 Euro
Ort: Dorothee-Sölle-Haus, Königstraße 54 in Hamburg-Altona

Maximal 10 Teilnehmer*innen

 

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