• Sven Rohde - Essenzcoaching

Was im Coaching wichtig ist

Wenn es um Entscheidungen geht, befassen wir uns meist mit der Handlungsebene: Was sollte ich tun, was sollte ich lassen? An guten Ratschlägen ist meist kein Mangel. So sind wir verblüfft, vielleicht verärgert, wenn wir uns im Für und Wider verheddern und einfach nicht vorankommen.

Dann stellen sich zwei Fragen: Was will ich vom Leben? Und: Was will das Leben von mir?

Coaching, wie ich es verstehe, bearbeitet diese existenziellen Lebensthemen. Aus dem tiefen Verständnis der eigenen Existenz und der Beobachtung, wie sich unser Bewusstsein entwickelt, können Probleme gelöst werden, können gute Entscheidungen fallen. Essenzcoaching (das ist der Name, den mein Lehrer Albert Pietzko für diese Art des Coachings gefunden hat) beschränkt sich nicht auf die Analyse der Situation – das wäre die Handlungsebene –, sondern hinterfragt sie in ihrer Seinsdimension. Probleme können nur aus einer tieferen Schicht gelöst werden als der, auf der sie entstanden sind.

Im Essenzcoaching decken wir Glaubenssätze auf, die uns behindern, und gehen tiefen Erfahrungen auf den Grund. Wir schauen auf das Spannungsfeld zwischen der Sehnsucht, die uns vorantreibt, und der Furcht vor Verletzungen, die uns zurückschrecken lässt. Wenn wir uns dieser Furcht bewusst werden, öffnen sich neue Optionen, können wir Blockaden überwinden und frei werden für das Eigene. Um es poetisch auszudrücken: Wenn wir lernen, tief in uns die Stimme der Seele zu vernehmen, können wir kreativer arbeiten, klarer handeln, besser entscheiden, kraftvoller voranschreiten und glücklicher leben.

Aber auch die Erkenntnisse, die Neurowissenschaftler über die Steuerung unseres Denkens, Fühlens und Handels gewonnen haben, sind von zentraler Bedeutung für einen erfolgreichen Coaching-Prozess.Es reicht nicht aus nicht, wenn wir nur intellektuell begriffen haben, dass wir unser Verhalten ändern sollten. Sprache und kognitive Einsichten kommen nur in der Großhirnrinde an, und die hat leider wenig Einfluss auf die Verhaltenssteuerung. Wenn wir Erleben und Verhalten nachhaltig ändern wollen, müssen wir das limbische System als Sitz unserer Persönlichkeit ansprechen. Die Emotionen spielen hier eine viel wichtigere, häufig unterschätzte Rolle.

„Verstehen“ bedeutet für mich im Coaching deswegen nicht nur „intellektuell durchdringen“, sondern auch „emotional empfinden“: die Auswirkungen von Emotionen wie Furcht, Scham und Ärger ins Licht des Bewusstseins holen und zu spüren, wie sie das Erleben und Handeln steuern. Dann können unbewusste Spannungen sich auflösen, öffnet sich ein Raum für Sehnsucht, Freude und Liebe. Und da geht’s dann weiter.